Piment d’Espelette – gibt es Ersatz dafür?

Alternativen für das seltene Gewürz mit der süßen Schärfe

Auch wenn es so klingt, Piment d’Espelette sind nicht die kleinen schwarzen Gewürzkörner schon gar nicht ihr Ersatz. Espelette Chili gelten immer noch als Rarität und entsprechend teuer. Meist steht ihr Pulver im Gewürzregal von Sterneköchen. Kein Wunder, dass ambitionierte Hobbyköche überlegen, ob man es nicht mit anderen Gewürzen ersetzen kann.

Auf einen Blick

Was ist das Besondere am Espelette Pulver?

  • Der fruchtige Geschmack.

  • Eine milde Schärfe.

  • Etwas Süße.

  • Ein leicht rauchiges Aroma.

  • Die tiefrote Farbe.

Ersatz für Piment d’Espelette mischen

Diese drei Gewürze einfach mischen:

Fruchtig
Poblano Chili: mild, schemcken intensiv nach Früchten.
Pasilla: steht für „kleine Rosine“, Aromen von Weinbeeren und Pflaumen

Rauchig
Chipotle Morita: rote über Pecannussholz geräucherte Jalapeño, nussiges Zitrusaroma mit komplexer Rauchnote

Süße und Farbe
Edelsüßer Paprika

Die Chipotle Moriat vorsichtig dosieren. Ihre Raucharomen dominieren sonst die Gewürzmischung.

Pimenton de la Vera ist ebenfalls ein Gewürzpulver mit geschützter Herkunftsbezeichnung und einer Anbautradition seit dem 16. Jahrundert. Es stammt aus der Extremadura in Spanien und wird aus Paprikaschoten der Region La Vera hergestellt. Auf den Feldern wachsen Chili mit unterschiedlicher Schärfe und verschiedenen Aromen der Sorten Bola, Jaranda, Jeromin und Jariza.

Im Unterschied zum Piment d’Espelette werden die Schoten, nachdem sie geerntet worden sind, über Eichenholz geräuchert. Sie liegen auf 5-7 Tage auf Rosten in Räucherhäusern.

Sie verändern sich dabei farblich in ein sattes Braunrot, das auch nach dem Mahlen erhalten bleibt. Im Geschmack gehen sie daher durch die typische Rauchnote mehr in die Richtung mexikanischer Chipotle.

Baskischer Pfeffer ist kein Ersatz für Piment d´Espelette

Es ist wirklich irreführend: Baskischer Chili, Gourmetchili, Gorria, baskischer Pfeffer, Espelette Pfeffer oder Espelette Chili – es ist immer Piment d’Espelette gemeint. Es wird aus Gorria Schoten gewonnen, einer Sorte, die im 16. Jahrhundert als Samen von Seeleuten aus Südamerika nach Frankreich ins Baskenland mitgebracht wurde. Sie wächst an einem mittelgroßen buschigen Halbstrauch, der maximal 30 Früchte trägt.

Piment d'Espelette - fruchtig und gemahlen gut für den letzten Schliff

Die Schoten werden im Baskischen auch als Biper bzw. als Pfeffer bezeichnet. Ihre 8-12 cm großen konisch geformten Früchte, sind leicht an der feuerroten Farbe der ausgereiften Früchte zu erkennen. Ihnen verdankt sie ihren Namen. Baskisch bedeutet Gorria die „Rote“.

Piment d’Espelette stammt ausschließlich aus dem Umland der Orte Espelette, Halsou, Ajatxou, Ainhoa, Saint-Pée-sur-Nivelle, Ustaritz, Cambo-les-Bains, Itxassou, Larressore und Souraïde im Baskenland und ist seit 2002 als Produkt geschützt.

Schmeckt Piment d’Espelette nach Chili oder Pfeffer?

Im Gegensatz zur brennenden Schärfe anderer Chili, ist Piment d’Espelette eher pikant mit einer Süßen und fruchtigen Note. Mit bis zu ca. 2.600 Scoville gehören sie zu den milden Chili. Sie sind weniger scharf als Habanero & Co.

Die Basken verwenden es beim Kochen wie schwarzen Pfeffer. Es passt zu fast allem. In der Sterneküche gibt eine kleine Prise Fleischgerichten oder Salaten den letzten Schliff.

Küchentrick

Tipp

Das Pulver ist sehr empfindlich und verliert unter Lichteinwirkung seine rote Farbe. Am besten in lichtundurchlässigen verschließbaren Gefäßen lagern.

Schon die Köche der Barockzeit nutzten die feine Schärfe zur Verfeinerung von Schokoladen Desserts. Darüber hinaus wird es auch für Wurst und beim Konservieren eingesetzt.

Wo kann ich Piment d’Espelette kaufen?

Durch den Markenschutz gilt das Gewürz nach wie vor als Rarität. Da es nur in wenigen Gemeinden angebaut werden darf, gibt es quantitativ eine Grenze in der Herstellung.

Küchentrick

Tipp

Bei 100g Gläschen das Pulver auf zwei kleine lichtundurchlässige Behälter verteilen. Es oxydiert schnell bei Kontakt mit Sauerstoff durch häufiges Öffnen.

In den Regalen der Supermärkte dürfte es auch künftig fehlen. Online bei den einschlägigen Gewürzhändlern gibt es mit der Beschaffung sicherlich keine Probleme. Meist gibt es kleine Gläschen mit jeweils 50-100 Gramm im Angebot.

Warum läßt sich Piment d’Espelette kaum ersetzen?

Einen vollwertigen Ersatz gibt es nicht. Das hängt sowohl mit dem spezifisch fruchtig süßen Geschmack, als auch der Art und Weise ihrer Trocknung bzw. dem Räuchern zusammen.

Die Basken haben natürlich eine Jahrhundert lange Erfahrung, wie sich das Aroma der Gorria Schoten am besten entwickelt. Sie schneiden sie meist im September vom Strauch und hängen sie zum Trocknen in langen Trauben auf. In dieser Zeit sind besonders die Fassaden der Häuser damit dicht mit den Girlanden geschmückt.

Dafür gibt es kaum Ersatz - Piment d'Espelette nach der Ernte im Herbst

Nach ca. zwei bis drei Wochen sind die Chili tiefrot und haben ihr typisches Aroma entwickelt. Danach werden sie in großen Öfen bei 50°C knusprig getrocknet und zu Piment d’Espelette gemahlen. Acht Kilogramm Schoten ergeben ein Kilogramm. Ein Verhältnis, dass sich im Preis für 100g widerspiegelt.

Nicht zu ersetzen-Piment-d'Espelette

Egal was Du mischt – das Ergebnis reicht nicht an Piment d’Espelette heran. Es ist höchstens ein Kompromiss. Aber manchmal stellt man erst beim Kochen fest, dass keines mehr im Schrank steht. Dann hilft eine ähnliche Mischung weiter.

Piment d’Espelette aus Chili Samen selbst herstellen

Gorria Chili ( Capsicum annum) lassen sich mit dem sprichwörtlichen grünen Daumen bzw. ein paar Kenntnissen in der Aufzucht von Chili-Pflanzen, auch gut zu Hause aufziehen. Selbst anbauen macht ohnehin definitiv mehr Spaß. Das größte Problem, neben Schädlingen, ist lediglich die richtige Temperatur.

Sie sind sehr wärmeliebend und gehen unterhalb von 10° C ein. Das gilt sowohl für die Vegetationsphase, als auch die Vegetationsruhe während der Überwinterung. Im Blumentopf auf der Fensterbank oder im Sommer auf dem Balkon, dürfte dies jedoch keine Hürde sein.

Die Belohnung folgt mit der Ernte im Herbst. Du brauchst dann nur noch die vollreifen roten Schoten ernten, trocknen und zu Pulver vermahlen. Allerdings fehlen dann immer noch die typischen Rauchnoten.