Er gilt als König der Gewürze, aber nicht überall wo Pfeffer drauf steht, ist auch Pfeffer drin.

Echter Pfeffer & Pfeffer Gewürze

Umgangssprachlich wird Pfeffer als Gewürz so ziemlich für alles verwendet, was scharf ist und nicht zu den Chillis gehört. Schwarzer, weißer, grüner, roter Pfeffer, Kampot, Tellicherry, Sarawak, Malabar, Lampong, Periyar, echter Pfeffer, pfefferähnlich – wer in einem guten Fachgeschäft für Gewürze steht und sich nicht so genau auskennt, wird denken: „Oh je, ich brauch doch einfach nur Pfeffer!“

Piper Nigrum - Grüner Pfeffer am Pfefferstrauch

© ub-foto / Fotolia

Botanikern stehen regelmäßig die Haare bei dem Gedanken zu Berge, was alles unter Pfeffer verkauft wird. Denn echter Pfeffer stammt ausschließlich vom Pfefferstrauch Piper nigrum.

Marketingprofis sehen das anders. Dem Pfeffer ähnliche Gewürze müssen schließlich auch an den Kunden gebracht werden. Diesen als „unechten Pfeffer“ zu deklarieren, würde wie „falscher“ Pfeffer“ klingen. Dann lieber generös mit der Systematik umgehen.

Nur Piper Nigrum gilt als Echter Pfeffer

Echter Pfeffer wächst wild an einem bis zu 10 Meter hohen Pfefferstrauch. Für die Ernte bringt diese Höhe etliche Probleme. In Pfefferplantagen und bei den Pfefferbauern sind die Sträuche deswegen nur etwa vier Meter hoch. Nur wenige Sorten werden in der Wildform geerntet und dementsprechend selten bzw. teuer.

Pfeffer Gewürze sind dem Pfeffer ähnliche Pflanzen, die zur Gattung Piper gehören (z.B. Kubeben Pfeffer und langer Pfeffer) oder aus einer gänzlich anderen Gattung (wie Szechuan Pfeffer oder rosa Pfeffer) stammen. Das ist jedoch keine Frage von gut oder schlecht. Welches Gewürz in der Küche zum Einsatz kommt, entscheidet letztlich der Koch.

Der Erntezeitpunkt bestimmt die Farbe, Schärfe und die geschmackliche Struktur. Seine Schärfe verdankt der Pfeffer dem Piperin, einem Alkaloid. Sein Duft bzw. Aroma reicht je nach Sorte von würzig, holzig, süß, terpentinartig, harzig bis über blumig, nach Pinien schmeckend oder wie Zitronen riechend.

Leider gilt dies nur für frisch gemahlenen Pfeffer. Seine Aromastoffe verfliegen sehr schnell. Aus diesem Grund sollte er in der Küche nur aus der Mühle oder dem Mörser zum Einsatz kommen. Wer die kleinen Körner nur mit Schärfe in Verbindung bringt, kennt wahrscheinlich nur das Pulver aus den Tütchen im Supermarkt. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Sorten gravierend. Einfach ausprobieren!

Gut im Klettern

Für die Kletterpflanze werden im Anbau spezielle Gerüste oder Bäume wie z.B. Kokospalmen verwendet. Man lässt Pfeffer zur leichteren Bewirtschaftung jedoch nur bis zu 4 Metern Höhe ranken.  Die Pfefferpflanze bildet ungefähr 10 cm lange Ähren, mit bis zu 150 an Rispen hängenden Beeren. Nach einer Reifezeit zwischen 8-9 Monaten können sie geerntet werden. Per Hand werden bis 4 kg pro Strauch geerntet.

Ganze Pfefferkörner verwenden

Er schmeckt, wie er reift

Pfeffer stützt mit seinem Piperinanteil die aromatische Wirkung anderer Gewürze, da er nur die Heiß-Kaltrezeptoren reizt. Es gibt kaum ein Gericht, in das er nicht dazugegeben werden kann. Besonders gut harmoniert er mit Brat- und Grillaromen.

Die verschiedenen Farben vom Pfeffer basieren auf unterschiedlicher Reife und Verarbeitung. Während z.B. schwarzer Pfeffer einen feinen fruchtigen Geruch mit holziger und zitronenartiger Note hat, ist weißer Pfeffer weniger aromatisch und schmeckt süßlich im Nachklang. Indischer Pfeffer aus dem Bergland wächst inmitten von Tee- und Kaffeeplantagen und ist blumig, fruchtig und angenehm scharf.

Grüner Pfeffer

Er gehört zum echten Pfeffer (Piper nigrum). Im Unterschied zu allen anderen Pfeffersorten, wird grüner Pfeffer sehr früh im unreifen Zustand geerntet, wenn seine Beeren noch grün sind. Schwarzer Pfeffer, der ebenfalls unreif geerntet wird, bleibt etwas länger am Strauch bis die Beeren vor der Rotfärbung stehen und in die Reife übergehen.

© Andrey Starostin / Fotolia

Zum Erntezeitpunkt ist grüner Pfeffer mild und schmeckt frisch bis fruchtig. Zur Haltbarkeit wird er in Salz- oder Essiglake eingelegt. Damit sich während der Fermentation bzw. Trocknung seine Farbe nicht ändert, trocknet man ihn in kurzer Zeit maschinell mit hohen Temperaturen. Eine weitere Konservierungsmethode ist die Gefriertrocknung.

Verwendung:

  • Fisch und Meeresfrüchte

  • Geflügel

  • Salate, Käse

  • helle Soßen und Marinaden

Sein Anbau ist relativ verbreitet. Neben den traditionellen Gebieten in Indien (Malabar), Kambodscha und Vietnam, wächst grüner Pfeffer auch in Borneo, Java, Sri Lanka, China, Kamerun und in Brasilien. Die eingelegten Pfefferkörner gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt.

Aber wie beim schwarzen Pfeffer sollte beim Kauf Premiumpfeffer mit gesicherter Herkunft und traditioneller Verarbeitung die erste Wahl sein. Nur dies sichert hervorragenden Geschmack und vorzügliches Aroma.

Roter Pfeffer

Süßlich, sehr scharf und ein fruchtiges Aroma – roter Pfeffer muss bei der Ernte voll ausgereift sein. Seine empfindliche Schale erfordert viel Handarbeit. Bevor er trocknet, werden die Beeren per Hand selektiert. Erst danach erfolgt die vorsichtige Trocknung im Schatten oder maschinell im Vakuum.
Der Aufwand bei der Ernte der Beeren und das Risiko während der Trocknung ist so hoch, dass viele Pfefferbauern diesen Pfeffer erst gar nicht anbauen und lieber grünen oder schwarzen Pfeffer produzieren. Roter Pfeffer, besonders aus Kampot, ist daher entsprechend selten und teuer.

© by-studio / Fotolia

In seinem Geschmack ist der rote Pfeffer überwältigend. Deutlich harzige Piniennoten und zitronenartige Frische machen ihn unverkennbar. Er ist nicht mit rosafarbenen Pfeffer zu verwechseln.

Verwendung:

  • kurz gebratenes Fleisch

  • Carpaccio

  • feine Salatsaucen

  • Gemüse

  • Desserts aus exotischen Früchten

Als beste Pfeffersorten gelten Kampot Pfeffer und Pondicherry Pfeffer aus Malabar in Indien.

Weißer Pfeffer

Streng genommen ist der weiße Pfeffer eigentlich roter Pfeffer, nur eben ohne Schale. Um weißen Pfeffer herzustellen, ernten die Bauern die Beeren des Pfefferstrauches in roter Vollreife. Damit sich die Schale durch Fäulnis ablöst, werden sie 1-2 Wochen in Wasser eingeweicht und im Anschluss evt. noch vorhandene Schalenreste und das Fruchtfleisch entfernt. Übrig bleiben die weißen Pfefferkörner. Das Trocknen übernimmt die Sonne.

© anatchant / Fotolia

Veredelt folgende Speisen:

  • Fisch und Meeresfrüchte

  • Geflügel

  • helle und weiße Saucen

  • Frikassee

  • Aufläufe

  • Desserts

Weißer Pfeffer fällt in erster Linie eher durch seine Schärfe, als durch sein Aroma auf. Sie ist höher als beim schwarzen Pfeffer. Nach dem Verlust seiner Schale besitzt er auch weniger Aromen. Das dafür verantwortliche scharfe Piperin konzentriert sich hingegen im Kern. Im Vergleich zum schwarzen Pfeffer enthält er weniger ätherische Öle und schmeckt eher kühl mit süßlichem Nachklang.

Bei falscher Lagerung wird weißer Pfeffer schnell muffig. Sein Einsatz in der Küche resultiert aus der besseren Optik in hellen Gerichten und Soßen.  Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer stört z.B. das Aussehen einer Sauce Hollandaise zum Spargel.

Schwarzer Pfeffer

Obwohl es sein Name nicht vermuten lässt, wird auch schwarzer Pfeffer unreif geerntet. Während grüner Pfeffer seine Farbe behält, ändert schwarzer Pfeffer sein Aussehen während der Weiterverarbeitung. Da er unter natürlichen Bedingungen langsam in der Sonne trocknet, verändert die Fermentation die weichen grünen Beeren in harte schwarze Pfefferkörner.

© tanyasid / Fotolia

Kaum eine andere Pfeffersorte ist in der Küche so vielseitig einsetzbar. Er harmoniert sehr gut mit Rindfleisch, Wild, Gans, Ente, Wild, aber auch mit Gemüse und Pilzen. Vor allem Kurzgebratenes, nach dem Braten mit frisch gemahlenem guten Pfeffer gewürzt, ist ein Geschmackserlebnis. Er ist deutlich schärfer als grüner Pfeffer.

Verwendung:

  • Braten vom Rind und Schwein

  • kurz gebratenes Fleisch

  • Gans, Ente, Wild

  • Gemüse

  • dunkle Soßen und Marinaden

Egal welche Farbe der Pfeffer besitzt – die Anbaugebiete sind identisch. Leider gilt der schwarze Pfeffer als ein Massenprodukt, bei dem Pfefferkörner

unterschiedlicher Herkunft und Qualität vermischt werden. Das Endprodukt firmiert dann zwar noch unter „Schwarzer Pfeffer“ im Markt, aber mit hocharomatischen Premiumpfeffer, der aus bestimmten Gebieten stammt (wie dem Tellicherry) und auf traditionelle Art und Weise produziert wird, hat es nichts mehr zu tun.

Gewürze wie Pfeffer

Rosa, Szechuan oder langer Pfeffer hören sich zwar wie echter Pfeffer Piper nigrum an, sind jedoch Gewürze die ihm nur ähneln. Früher verwendete man derartige Pfeffersorten bzw. Gewürze als Ersatz für das teure Original. Sie sind ebenfalls aromatisch,  schmecken scharf und haben manchmal eine eigene Geschichte. Mönchspfeffer galt in den Klöstern des Mittelalters z.B. als Anti-Aphrodisiakum. Heute gibt man ihn in Eintöpfe, zu Fleisch oder Wild.

Szechuan Pfeffer besitzt sehr komplexe Aromen. Er schmeckt erst blumig, dann ähnlich dem schwarzen Pfeffer scharf und zum Schluß nach Zitronen. Übrig bleiben ein leichtes Prickeln und etwas Taubheit auf der Zunge. Seine Aromen entfalten sich am besten, wenn er vorher in einer fettfreien Pfanne angeröstet wird.

Am meisten irritiert wohl Rosa Pfeffer aufgrund seiner Verwechslung mit rotem Pfeffer. Dieser Pfeffer stammt aus einer ganz anderen Gattung und gehört nicht zu den Pfeffergewächsen (Piperaceae). Seine Herkunft liegt in Südamerika. In Brasilien, Peru und Paraguay wird der Pfeffer vom brasilianischen und peruanischen Pfefferbaum geerntet. Sein Geschmack ist süßlich, nur leicht scharf und erinnert an Wacholder. Er duftet ezwas nach Zedernholz und Kiefer. Aus diesem Grund sollte man ihn vorsichtig dosieren. Meist ist rosa Pfeffer Bestandteil von Pfeffermischungen. Er passt als Gewürz am besten zu weißem Fleisch und hellen Soßen.

BÜCHER & REZEPTE
FÜR PFEFFER

Gewürze - Rezepte für Pfeffer
Gewürze - das erste Lexikon über Pfeffer

PFEFFERMÜHLEN

Ob schwarzer oder grüner Pfeffer - sie ist eine der besten Mühlen für Pfeffer
Gewürze - schwarzer oder grüner Pfeffer, beide brauchen die richtige Mühle

Er gilt als König der Gewürze, aber nicht überall wo Pfeffer drauf steht, ist auch Pfeffer drin.

Echter Pfeffer & Pfeffer Gewürze

Umgangssprachlich wird Pfeffer als Gewürz so ziemlich für alles verwendet, was scharf ist und nicht zu den Chillis gehört.

Schwarzer, weißer, grüner, roter Pfeffer, Kampot, Tellicherry, Sarawak, Malabar, Lampong, Periyar, echter Pfeffer, pfefferähnlich – wer in einem guten Fachgeschäft für Gewürze steht und sich nicht so genau auskennt, wird denken: „Oh je, ich brauch doch einfach nur Pfeffer!“

Piper Nigrum - Grüner Pfeffer am Pfefferstrauch

© ub-foto / Fotolia

Botanikern stehen regelmäßig die Haare bei dem Gedanken zu Berge, was alles unter Pfeffer verkauft wird. Denn echter Pfeffer stammt ausschließlich vom Pfefferstrauch Piper nigrum.

Marketingprofis sehen das anders. Dem Pfeffer ähnliche Gewürze müssen schließlich auch an den Kunden gebracht werden. Diesen als „unechten Pfeffer“ zu deklarieren, würde wie „falscher“ Pfeffer“ klingen. Dann lieber generös mit der Systematik umgehen.

Nur Piper Nigrum gilt als Echter Pfeffer

Echter Pfeffer wächst wild an einem bis zu 10 Meter hohen Pfefferstrauch. Für die Ernte bringt diese Höhe etliche Probleme. In Pfefferplantagen und bei den Pfefferbauern sind die Sträuche deswegen nur etwa vier Meter hoch.

Nur wenige Sorten werden in der Wildform geerntet und dementsprechend selten bzw. teuer.

Pfeffer Gewürze sind dem Pfeffer ähnliche Pflanzen, die zur Gattung Piper gehören (z.B. Kubeben Pfeffer und langer Pfeffer) oder aus einer gänzlich anderen Gattung (wie Szechuan Pfeffer oder rosa Pfeffer) stammen.

Das ist jedoch keine Frage von gut oder schlecht. Welches Gewürz in der Küche zum Einsatz kommt, entscheidet letztlich der Koch.

Der Erntezeitpunkt bestimmt die Farbe, Schärfe und die geschmackliche Struktur. Seine Schärfe verdankt der Pfeffer dem Piperin, einem Alkaloid. Sein Duft bzw. Aroma reicht je nach Sorte von würzig, holzig, süß, terpentinartig, harzig bis über blumig, nach Pinien schmeckend oder wie Zitronen riechend.

Leider gilt dies nur für frisch gemahlenen Pfeffer. Seine Aromastoffe verfliegen sehr schnell.

Aus diesem Grund sollte er in der Küche nur aus der Mühle oder dem Mörser zum Einsatz kommen. Wer die kleinen Körner nur mit Schärfe in Verbindung bringt, kennt wahrscheinlich nur das Pulver aus den Tütchen im Supermarkt.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Sorten gravierend. Einfach ausprobieren!

Gut im Klettern

Für die Kletterpflanze werden im Anbau spezielle Gerüste oder Bäume wie z.B. Kokospalmen verwendet. Man lässt Pfeffer zur leichteren Bewirtschaftung jedoch nur bis zu 4 Metern Höhe ranken.  Die Pfefferpflanze bildet ungefähr 10 cm lange Ähren, mit bis zu 150 an Rispen hängenden Beeren. Nach einer Reifezeit zwischen 8-9 Monaten können sie geerntet werden. Per Hand werden bis 4 kg pro Strauch geerntet.

Ganze Pfefferkörner verwenden

Er schmeckt, wie er reift

Pfeffer stützt mit seinem Piperinanteil die aromatische Wirkung anderer Gewürze, da er nur die Heiß-Kaltrezeptoren reizt.

Es gibt kaum ein Gericht, in das er nicht dazugegeben werden kann. Besonders gut harmoniert er mit Brat- und Grillaromen.

Die verschiedenen Farben vom Pfeffer basieren auf unterschiedlicher Reife und Verarbeitung.

Während z.B. schwarzer Pfeffer einen feinen fruchtigen Geruch mit holziger und zitronenartiger Note hat, ist weißer Pfeffer weniger aromatisch und schmeckt süßlich im Nachklang.

Indischer Pfeffer aus dem Bergland wächst inmitten von Tee- und Kaffeeplantagen und ist blumig, fruchtig und angenehm scharf.

Grüner Pfeffer

Er gehört zum echten Pfeffer (Piper nigrum). Im Unterschied zu allen anderen Pfeffersorten, wird grüner Pfeffer sehr früh im unreifen Zustand geerntet, wenn seine Beeren noch grün sind.

Schwarzer Pfeffer, der ebenfalls unreif geerntet wird, bleibt etwas länger am Strauch bis die Beeren vor der Rotfärbung stehen und in die Reife übergehen.

© Andrey Starostin / Fotolia

Zum Erntezeitpunkt ist grüner Pfeffer mild und schmeckt frisch bis fruchtig. Zur Haltbarkeit wird er in Salz- oder Essiglake eingelegt.

Damit sich während der Fermentation bzw. Trocknung seine Farbe nicht ändert, trocknet man ihn in kurzer Zeit maschinell mit hohen Temperaturen. Eine weitere Konservierungsmethode ist die Gefriertrocknung.

Verwendung:

  • Fisch und Meeresfrüchte

  • Geflügel

  • Salate, Käse

  • helle Soßen und Marinaden

Sein Anbau ist relativ verbreitet. Neben den traditionellen Gebieten in Indien (Malabar), Kambodscha und Vietnam, wächst grüner Pfeffer auch in Borneo, Java, Sri Lanka, China, Kamerun und in Brasilien.

Die eingelegten Pfefferkörner gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt.

Aber wie beim schwarzen Pfeffer sollte beim Kauf Premiumpfeffer mit gesicherter Herkunft und traditioneller Verarbeitung die erste Wahl sein. Nur dies sichert hervorragenden Geschmack und vorzügliches Aroma.

Roter Pfeffer

Süßlich, sehr scharf und ein fruchtiges Aroma – roter Pfeffer muss bei der Ernte voll ausgereift sein. Seine empfindliche Schale erfordert viel Handarbeit. Bevor er trocknet, werden die Beeren per Hand selektiert.

Erst danach erfolgt die vorsichtige Trocknung im Schatten oder maschinell im Vakuum.

Der Aufwand bei der Ernte der Beeren und das Risiko während der Trocknung ist so hoch, dass viele Pfefferbauern diesen Pfeffer erst gar nicht anbauen und lieber grünen oder schwarzen Pfeffer produzieren.

Roter Pfeffer, besonders aus Kampot, ist daher entsprechend selten und teuer.

© by-studio / Fotolia

In seinem Geschmack ist der rote Pfeffer überwältigend. Deutlich harzige Piniennoten und zitronenartige Frische machen ihn unverkennbar. Er ist nicht mit rosafarbenen Pfeffer zu verwechseln.

Verwendung:

  • kurz gebratenes Fleisch

  • Carpaccio

  • feine Salatsaucen

  • Gemüse

  • Desserts aus exotischen Früchten

Als beste Pfeffersorten gelten Kampot Pfeffer und Pondicherry Pfeffer aus Malabar in Indien.

Weißer Pfeffer

Streng genommen ist der weiße Pfeffer eigentlich roter Pfeffer, nur eben ohne Schale. Um weißen Pfeffer herzustellen, ernten die Bauern die Beeren des Pfefferstrauches in roter Vollreife.

Damit sich die Schale durch Fäulnis ablöst, werden sie 1-2 Wochen in Wasser eingeweicht und im Anschluss evt. noch vorhandene Schalenreste und das Fruchtfleisch entfernt. Übrig bleiben die weißen Pfefferkörner. Das Trocknen übernimmt die Sonne.

© anatchant / Fotolia

Veredelt folgende Speisen:

  • Fisch und Meeresfrüchte

  • Geflügel

  • helle und weiße Saucen

  • Frikassee

  • Aufläufe

  • Desserts

Weißer Pfeffer fällt in erster Linie eher durch seine Schärfe, als durch sein Aroma auf. Sie ist höher als beim schwarzen Pfeffer. Nach dem Verlust seiner Schale besitzt er auch weniger Aromen.

Das dafür verantwortliche scharfe Piperin konzentriert sich hingegen im Kern. Im Vergleich zum schwarzen Pfeffer enthält er weniger ätherische Öle und schmeckt eher kühl mit süßlichem Nachklang.

Bei falscher Lagerung wird weißer Pfeffer schnell muffig. Sein Einsatz in der Küche resultiert aus der besseren Optik in hellen Gerichten und Soßen.  Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer stört z.B. das Aussehen einer Sauce Hollandaise zum Spargel.

Schwarzer Pfeffer

Obwohl es sein Name nicht vermuten lässt, wird auch schwarzer Pfeffer unreif geerntet. Während grüner Pfeffer seine Farbe behält, ändert schwarzer Pfeffer sein Aussehen während der Weiterverarbeitung. Da er unter natürlichen Bedingungen langsam in der Sonne trocknet, verändert die Fermentation die weichen grünen Beeren in harte schwarze Pfefferkörner.

© tanyasid / Fotolia

Kaum eine andere Pfeffersorte ist in der Küche so vielseitig einsetzbar. Er harmoniert sehr gut mit Rindfleisch, Wild, Gans, Ente, Wild, aber auch mit Gemüse und Pilzen. Vor allem Kurzgebratenes, nach dem Braten mit frisch gemahlenem guten Pfeffer gewürzt, ist ein Geschmackserlebnis. Er ist deutlich schärfer als grüner Pfeffer.

Verwendung:

  • Braten vom Rind und Schwein

  • kurz gebratenes Fleisch

  • Gans, Ente, Wild

  • Gemüse

  • dunkle Soßen und Marinaden

Egal welche Farbe der Pfeffer besitzt – die Anbaugebiete sind identisch. Leider gilt der schwarze Pfeffer als ein Massenprodukt, bei dem Pfefferkörner

unterschiedlicher Herkunft und Qualität vermischt werden.

Das Endprodukt firmiert dann zwar noch unter „Schwarzer Pfeffer“ im Markt, aber mit hocharomatischen Premiumpfeffer, der aus bestimmten Gebieten stammt (wie dem Tellicherry) und auf traditionelle Art und Weise produziert wird, hat es nichts mehr zu tun.

Gewürze wie Pfeffer

Rosa, Szechuan oder langer Pfeffer hören sich zwar wie echter Pfeffer Piper nigrum an, sind jedoch Gewürze die ihm nur ähneln. Früher verwendete man derartige Pfeffersorten bzw. Gewürze als Ersatz für das teure Original.

Sie sind ebenfalls aromatisch,  schmecken scharf und haben manchmal eine eigene Geschichte. Mönchspfeffer galt in den Klöstern des Mittelalters z.B. als Anti-Aphrodisiakum. Heute gibt man ihn in Eintöpfe, zu Fleisch oder Wild.

Szechuan Pfeffer besitzt sehr komplexe Aromen. Er schmeckt erst blumig, dann ähnlich dem schwarzen Pfeffer scharf und zum Schluß nach Zitronen. Übrig bleiben ein leichtes Prickeln und etwas Taubheit auf der Zunge.

Seine Aromen entfalten sich am besten, wenn er vorher in einer fettfreien Pfanne angeröstet wird.

Am meisten irritiert wohl Rosa Pfeffer aufgrund seiner Verwechslung mit rotem Pfeffer. Dieser Pfeffer stammt aus einer ganz anderen Gattung und gehört nicht zu den Pfeffergewächsen (Piperaceae). Seine Herkunft liegt in Südamerika.

In Brasilien, Peru und Paraguay wird der Pfeffer vom brasilianischen und peruanischen Pfefferbaum geerntet. Sein Geschmack ist süßlich, nur leicht scharf und erinnert an Wacholder. Er duftet ezwas nach Zedernholz und Kiefer.

Aus diesem Grund sollte man ihn vorsichtig dosieren. Meist ist rosa Pfeffer Bestandteil von Pfeffermischungen. Er passt als Gewürz am besten zu weißem Fleisch und hellen Soßen.

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FÜR PFEFFER

Gewürze - Rezepte für Pfeffer
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Ob schwarzer oder grüner Pfeffer - sie ist eine der besten Mühlen für Pfeffer
Gewürze - schwarzer oder grüner Pfeffer, beide brauchen die richtige Mühle