Bohnen roh essen

Keine gute Idee

Nichts geht über Gemüse aus dem Garten. Gerade grüne Bohnen stehen schon rein farblich für Frische, zumal sie auch herrlich beim Zerbrechen knacken. Doch leider kann man Bohnen roh nicht essen. Wer sie frisch vom Busch erntet und sofort an den nächsten Salat denkt, dürfte eine schlimme Überraschung erleben und im schlimmsten Fall im Krankenhaus landen. Ob Buschbohnen, Stangenbohnen, Nierenbohnen oder dicke Bohnen, Schoten oder Samen – roh gegessen lösen sie die gleichen Beschwerden aus.

Auf einen Blick

Grüne Bohnen sind giftig

Ursache ist eine in den Bohnen (Schoten und Samen) enthaltene Eiweißverbindung aus der Gruppe der Lektine, das so genannte Phasin. Es kann die roten Blutkörperchen verkleben und dadurch den Sauerstofftransport im Blut behindern. Darüber hinaus heften sich seine Moleküle an die Darmzotten an und können diese dauerhaft schädigen. Wie alle Eiweiße ändert auch Phasin seinen chemischen Aufbau unter Einwirkung von hoher Wärme. Es denaturiert und verliert seine giftige Wirkung.

Phasingehalt von rohen Bohnen
in HAU (hämagglutinierende Einheiten)

Rote Nierenbohne 20.000-70.000
Weiße Nierenbohne 7.000-23.000
Ackerbohne 1.000-7.000

(Quelle: U.S: Food and Drug Adminstration)

Klingt dramatisch und ist es auch: Für Kinder können schon 4-6 grüne Bohnen tödlich sein.

Bohnen müssen kochen

Das Problem erledigt sich, sobald die Bohnen mindestens 10-15 Minuten gekocht worden sind. Dann sind sie durch ihr hochwertiges Eiweiß, den Anteil an Mineralstoffen, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydrate ausgesprochen gesund. Es reicht völlig aus, sie bissfest zu garen. So schmecken sie in einer Bohnensuppe, einem Eintopf aus der altdeutschen Küche oder einem Salat am besten.

Feuerbohnen nicht roh essen

Feuerbohnen

Vor dem Kochen solltest Du sie waschen, den Stielansatz und die Bohnenspitze abschneiden. Bei älteren Sorten kannst Du dabei gleich vorhandene Fäden an den Seiten der Bohne abziehen. Sie sind zäh und stören später beim Kauen. Neue Züchtungen besitzen kaum noch Fäden.

Küchentrick

Tipps

Frische Bohnen haben eine kräftig grüne Farbe, lassen sich leicht brechen und knacken dabei. Sie sind höchstens zwei Tage im Kühlschrank lagerfähig.

Alte Bohnen biegen sich lediglich. Damit die Bohnen auch nach dem Kochen ihr Grün behalten, musst Du sie sofort mit Eiswasser abschrecken.

Grüne Bohnen blanchieren – immer noch giftig?

Jein. Ohne Frage, beginnt beim Blanchieren das Phasin umgehend zu denaturieren. Dessen relativ hoher Gehalt braucht jedoch eine gewisse Zeit, um vollständig zu zerfallen. Da unter Blanchieren das kurzzeitige Überbrühen in kochendem Wasser zu verstehen ist, reicht dies nicht aus. Sicherer ist eine Kochzeit von wenigstens 10 Minuten. Auf jeden Fall muss das Kochwasser danach weggeschüttet werden.

Nicht ganz so giftig sind Bohnenkeimlinge. Beginnen Bohnen zu keimen, enthalten sie weniger Phasingehalt. Er sinkt ab. Hier genügt meist, sie zu blanchieren. Das Wasser ebenfalls nicht weiter verwenden.

Sind Mungobohnen roh giftig?

Im Vergleich zu Stangenbohnen sind Mungobohnen aus dem asiatischen oder afrikanischem Raum leicht bekömmlich, z.B. verursachen sie keine Blähungen.

Mungobohnen roh essen

Mungobohnen Keimlinge

Sie keimen leicht und diese Keime werden nicht nur am häufigsten in er Küche verwendet, sie besitzen auch einen großen Vorteil: Sie enthalten kein Phasin. Es reicht, die Bohnensprossen vor dem Verzehr zu blanchieren. Die Keimlinge müssen nicht gekocht werden.

Leider roh auch giftig: Dicke Bohnen

Umgangssprachlich werden Ackerbohnen je nach Region auch als Dicke Bohne, Saubohne oder Puffbohne bezeichnet. Sie gehören zur Gattung der Wicken, während die Gartenbohne zur Gattung der Phaseolus gehört.

Giftig - rohe Ackerbohnen nicht essen

Grüne Ackerbohnen (auch Dicke Bohnen genannt)

Eigentlich gelten sie als Futterpflanzen. In der Küche kennt man meist die gegarten oder getrockneten dicken Samen (z.B. die Feuerbohne als amerikanische Version). Für frische Ackerbohnen gelten die gleichen Zubereitungshinweise wie für Gartenbohnen.

Welche Symptome treten beim Genuss von rohen Bohnen auf?

Die ersten Symptome treten nach 1-2 Stunden auf. Da Phasin den Sauerstofftransport behindert und im Magen-Darm-Trakt wirkt, macht sich die Vergiftung durch Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall und steigendem Fieber bemerkbar. Die Stoffwechselschäden können Schockzustände und Schüttelfrost auslösen oder im Extremfall nach dem Verzehr großer Mengen an grünen Bohnen zum Kollaps führen.